5.05.2008

Zurück aus China

Mittlerweile sind wir zwar schon über eine Woche zurück in Deutschland und der Alltag hat mich fest im Griff. Trotzdem möchte ich jetzt noch den Beitrag für die fehlenden Tage nachliefern. Und an alle, die sich Sorgen gemacht haben: sorry, dass wir uns nicht nochmals aus China gemeldet haben, aber es hat einfach die Zeit gefehlt!!!!! So jetzt aber mal in den Erinnerungen kramen und erzählen, was noch so passiert ist.

In Chengdu, der letzten Station von der aus ich ja geschrieben hatte, haben wir uns dann noch die Panda Bären in einer Aufzuchtstation angesehen. Die sind ja so unglaublich niedlich! Machen zwar nicht viel außer schlafen und essen, sind dabei aber eben einfach süß! Ich konnte dann auch nicht widerstehen und habe mich für den Gegenwert einer 40 € „Spende“ mit einem großen Panda fotografieren lassen. Die Kleinen wären zwar vielleicht noch niedlicher gewesen, aber 100 € für ein oder zwei Fotos fand ich dann doch ein wenig viel.

Nach der Panda Tour sind wir dann ziemlich direkt zum Flughafen aufgebrochen, um nach Xi’an zu fliegen, der Stadt der Terrakotta-Armee. Hierhin kann man dann diverse Touren in den Hostels bzw. Hotels buchen. Wir haben uns allerdings entschieden, mit dem öffentlichen Bus dorthin zu fahren, der zwar länger benötigt, dafür aber auch erheblich günstiger ist und direkt bis zur Anlage fährt. Hat auch ziemlich gut geklappt, sieht man mal von einigen Geruchsproblemen von Mitpassagieren ab. Vor dem Eingang zum Gelände des Museums erwarten einen erst einmal zig Touristände und -geschäfte, u.a. auf dem International Plaza. 😀 Unglaublich, wie an solch einer historischen, aber natürlich auch massig besuchten Stelle, der Tourismus boomt. Auf dem Gelände selbst haben wir uns an die Empfehlung des Lonely Planet gehalten und mit den kleineren Hallen zuerst angefangen. Im Nachhinein bin ich mir allerdings nicht mehr so sicher, ob das so eine gute Entscheidung war. Zwar hebt man sich so das Beste bis zum Schluss auf, allerdings fehlt dann auch etwas die Faszination für die Figuren, denn man konnte diese ja bereits ausgiebig in den anderen zwei Hallen begutachten. Ich glaube fast, dass der WOW-Effekt größer ist, wenn man dann doch, wie auch eigentlich vorgesehen, mit Halle 1 beginnt und sich von dort in die kleinen Hallen vorzuarbeiten.

Wie man vielleicht schon raushört, hat mich das Ganze nicht ganz so vom Hocker gehauen, wie ich es eigentlich erwartet hatte. Natürlich ist die Terrakotta Armee sehr beeindruckend und die detaillierte Darstellung, der Riesen-Aufwand und die Masse von Figuren sind schon der Wahnsinn. Nicht zuletzt natürlich auch das Alter und die ganze Idee dahinter. Dennoch, der WOW-Effekt hat irgendwie gefehlt.

Nachmittags haben wir uns dann noch das historische Zentrum von Xi’An angesehen. Neben dem Bell and Drum Tower gehört hier eigentlich das muslimische Viertel zu den Hauptattraktionen und war wirklich faszinierend. Zwar gibt es hier außer Souvenir-Geschäften, Essens-Ständen und „Supermärkten“ nicht viel anderes, die Atmosphäre ist aber einfach toll. Die Leute stehen draußen vor den Ständen/Geschäften und reden, über allen ist ein Dach aus Bäumen und es duftet nach Essen. Hier findet man dann auch die Geschäfte, wo vorne Schuhe geschustert werden und hinten das Fleisch im Laden hängt. Der krönende Abschluss des muslimischen Viertels war für uns dann die Moschee. Ein wunderschönes Gelände und irgendwie inmitten des Trubels der Straßen eine Oase der Ruhe. Dass die Moschee aus dem 8 Jhdt. stammt, gibt dem ganzen dann noch einen besonderen Touch und man fühlt sich, als ob man durch die Geschichte läuft. Toll!

Abends gab es dann wieder einmal einen sagenhaften Hot Pot! Diesmal auch die „Red Food“-Variante für mich – also voller Chilli. Zum Glück war es ja aber nur der Sud, der scharf war, so dass Fleisch und Gemüse dann eine leckere Würze hatten. Auf das Lokal sind wir eigentlich nur per Zufall gestossen, denn wir wollten ansich woanders hin. Die Hot Pots in Shanghai hatten uns aber überzeugt und da es eh gerade anfing zu regnen, war das genau die richtige Mahlzeit.

Am nächsten Tag ging es dann weiter nach Pingyao. „Endlich“ unsere erste Zugfahrt. Man muss schon sagen, die soft sleeper Klasse ist echt komfortabel. Jeder hatte sein eigenes Bett und mit vier Leuten im Abteil ließ es sich wirklich prima aushalten. Zumal wir sehr nette, chinesische „Mitfahrer“ hatten, die auch sehr viel Verständnis dafür hatten, dass wir nicht von allen sonstigen Passagieren in Augenschein genommen werden wollten und von sich aus die Abteiltür schlossen. An denen konnte ich dann auch ein wenig mein Chinesisch ausprobieren, wobei sich auch dies sehr in Grenzen hielt, da wir uns alle einig waren und mitten am Tag schlafen wollten.

Gegen 9 Uhr abends kamen wir dann in Pingyao an. Anfangs sieht dieser Ort aus, wie jeder andere. Dann jedoch fährt man durch eine mehrere Meter dicke Stadtmauer und befindet sich im Mitten im Stadtzentrum, welches zum größten Teil noch aus Zeiten der Ming bzw. Qing-Dynastien stammt. Alte, herrschaftliche Häuser säumen die schmalen Straßen, in denen zumindest tagsüber keine Autos fahren. Abends geben vor allem die roten Laternen vor den Häusern eine tolle Athmosphäre. Unser Hotel hier war das Schönste aber auch Teuerste von allen. Recht weit abgelegen vom Haupthaus lag unser Zimmer in einem, der vielen kleinen Innenhöfe. Leider war es aber auch mit die kälteste Übernachtung, den hier oben „im Norden“ war es doch wieder deutlicher kühler, als noch Xi’An.

Bei Tageslicht war Pingyao zwar immernoch schön, aber leider längst nicht so atemberaubend, wie man es laut einiger Beschreibung gelesen hatte (z.B. GEO Saison). Zudem war es auch tagsüber extrem kalt und windig und trotz mehrer Lagen haben wir den ganzen Tag über gefroren. Vermutlich hat uns Pingyao nicht ganz so begeistert, weil wir zuvor ja bereits in Lijiang waren, dass durch die Berge und die engen, gewundenen Gassen irgendwie wesentlich schöner wirkte. Vielleicht war auch einfach das Ende der Reise schon zu nah und wir etwas kulturfaul….wer weiß? In jedem Fall kann ich die Meinung nicht ganz teilen, dass man unbedingt einen Stopp einlegen sollte. Wer einen straffen Zeitplan hat, sollte vielleicht doch lieber direkt weiter nach Xi’an bzw. Beijing reisen. Wer jedoch Zeit hat, für den ist es sicherlich interessant, die alte Stadtstruktur zu erkunden. 1 Nacht und ein halber Tag sollte aber ausreichend sein, wenn man nicht noch in die Umgebung reisen möchte.

So sind dann auch wir nach einem guten halben Tag weitergereist. Wir hatten uns bereits in Xi’An spontan entschieden, statt einer Nachtzugfahrt einen weiteren Inlandsflug zu buchen. Hauptsächlich jedoch deshalb, weil wir vermutlich nicht mehr an ein Zugticket drangekommen wären. Denn wie in China üblich, kann man Zugtickets nur im Ort selber kaufen, Pingyao aber wiederum hat nur ein stark begrenztes Kontingent und wenn man dann am selben Tag ein Ticket kaufen möchte, an dem man auch abreisen will, dann stehen die Chancen schlecht. Also fuhren wir von Pingyao mit dem Bus nach Taiyuan, einer Stadt, in der es außer einem Flughafen, eigentlich nicht viel zu geben. Die Busfahrt war die wohl rumpeligste auf unserer ganzen Tour. Dank einer ungepolsterten Rückbank und einer Straße, die voller Schlaglöcher war, sind wir die ganze Zeit nur durch die Gegend gehüpft.

In Taiyuan selbst haben wir dann ewig in Eiseskälte (so kam es zumindest vor) nach dem Hotel gesucht. Irgendwann haben wir es dann auch gefunden und hier die dringendste Empfehlung: Plant bloß keine Übernachtung im Railway Hotel ein (wird vom LP empfohlen). Obwohl wir offensichtlich Europäer sind, wurde uns dann absolut schäbigste Zimmer gegeben: mit einer vor Schimmel schwarzen Wand und einem Badenzimmer, das sozialrealistischer nicht hätte sein können. Mit einfacher Ausstattung haben wir ja eigentlich kein Problem, aber wenn einfach dann auch noch dreckig ist…. Ich hoffe, dass ich demnächst hier noch das Video einstellen können. Ach ja, übernachtet haben wir dort natürlich nicht und sind dann doch weiter ins teurer Hotel gezogen.

Am nächsten Morgen ging´s dann in Herrgotts Frühe zum Flughafen und nach Beijing. Hier hatten wir uns ein echt klasse Hostel/Hotel rausgesucht: das Far East Hotel. Das liegt nicht nur super zentral in der Nähe des Platzes des Himmlischen Friedens, die Zimmer sind auch echt super ausgestattet und sauber. Puh…so langsam muss ich hier mal zu einem Ende kommen. Daher jetzt mal Beijing (Peking) im Schnelldurchgang. Direkt am Mittwoch sind wir zum Sommer Palast gefahren, das Wetter war gut und wer wußte schon, wie es die nächsten Tage wird. Auch der Sommer Palast ist eine Oase der Ruhe – mal abgesehen von den Massen an chinesischen und nicht-chinesischen Touristen, die sich dort durch die Gegend schieben. Dennoch – diesen Ort hätte ich mir auch als Sommer Palast ausgesucht. Echt schön.

Am nächsten Tag ging`s dann zur Chinesischen Mauer. Einziger Haken: wir mussten um 5 Uhr aufstehen, da wir bereits um 6 vom Bus abgeholt wurden. Hier haben wir uns tatsächlich mal eine organisierte Tour gegönnt, denn nach fast 3 Wochen hatten wir keine Lust mehr darauf, wieder alles selber zu planen. Nach diversen Stops an anderen Hotels und einer gut 3-stündigen Fahrt sind wir dann in Jinshangling angekommen. Von hier aus ging´s dann 10 km bergauf und -ab über die Mauer nach Simatai. Echt super beeindruckend und sicherlich ein absolutes Highlight unserer Tour. Allein, dass die Mauer mitten auf dem Berggrat gebaut wurde, ist wahnsinnig beeindruckend. Dann noch ihr Alter und ihre Länge. Dazu die wundervolle Natur ringsherum – Wahnsinn! Die lange Fahrt hat sich in jedem Fall gelohnt und wenn man so auf der Mauer herumkraxelt, erlebt man sie auch so richtig.

Tagsdrauf ging es dann zum Platz des Himmlischen Friedens, der Verbotenen Stadt und ein wenig Shoppen. Die Verbotene Stadt verdient wirklich ihren Namen. Bei der Größe kann man wirklich von einer Stadt reden. Auch hier ist Geschichte sehr lebendig und man spürt irgendwie einen Hauch von Mythos über allem – liegt wohl an der Verbindung von filigraner und dann wieder großflächiger Architektur, die überall zu finden ist (äh, keine Ahnung, ob man das offiziell so bezeichnet, oder nicht).

So, jetzt bliebe noch ein Fazit, aber das muss noch etwas warten, denn für heute reicht es. Also, die Tage gibt´s mehr und dann kümmere ich mich auch mal um ein paar Fotos. Bis dahin!

Oh man, wie haben wir es letztes Jahr nur geschafft, so regelmaessig zu schreiben? Irgendwie fehlt uns diesmal voll die Zeit dafuer. Aber nun ja, wieder mal in Kuerze ein paar News von unterwegs.

Sind jetzt in Chengdu, der Stadt der Pandabaeren und morgen geht es bereits weiter nach Xi’an – zur Terrakotta-Arme. Von Chengdu selbst haben wir allerdings bisher noch nichts gesehen, da wir einfach mal ausschlafen mussten und gestern auch erst gegen 1 Uhr nachts hier angekommen sind. Gleich werden wir aber noch mal in die Shopping Strasse gehen, so richtige „Must Sees“ gibt es hier dann auch nicht.

Die letzten Tage waren wir in den Bergen. Aber erst mal fang ich vielleicht da an, wo ich beim letzten Mal aufgehoert habe.

Unsere Fahrt von Yangshuo nach Ping An hat super geklappt – komplett mit oeffentlichen Busen. Die Strecke gehoert aber zum Standard der Reisenden, so dass die Buse haeufig aufeinander warten. So sind wir immer problemlos von einem Bus in den anderen gehuepft und waren sogar immer schneller als ein Paerchen, dass sogar richtig Chinesich konnte *stolz*.

Als es dann so den Berg nach Ping An rauf ging, empfing uns eine dicke Nebelwand. Das Dorf liegt am Berghang verteilt und wir konnten nichtmals von einem unteren Punkt unsere Unterkunft ca. 100 m weiter oben erkennen. Kein Ziel vor Augen hat das Hochsteigen mit 20 kg Gepaeck auf dem Ruecken echt richtig Spass gemacht. Die Guesthouses in Ping An sind alle urige Holzhaeuser, die zwar recht spartanisch sind (zumindest wir hatten z.B. keine Heizung) aber irgendwie auch sehr gemuetlich. Nur leider konnten sie nicht ganz dem kurz nach unserer Ankunft einsetzen Regen und Gewitter trotzen. Um das Ganze an dieser Stelle abzukuerzen: Da der Regen und der Nebel auch am naechsten nicht aufhoerten, entschlossen wir uns am Nachmittag spontan schon nach Guilin abzureisen – leider ohne ueberhaupt einen Blick auf die gigantischen Reisterassen werfen zu koennen (echt ganz schoen bloed).

Am naechsten Tag ging es dann weiter Richtung Westen. Bei unserem kurzen Stop in Kunming, versuchten wir vergeblich noch ein Zugticket fuer den Nachtzug nach Dali zu bekommen (wie wir spaeter erfuhren, sind die immer sofort weg) und nahmen statt dessen den Sleeper Bus. Die sind echt unglaublich. Ein Reisebus voller richtiger Betten oder sagen wir lieber Pritschen. Zwei Etagen a vier Betten in ca. 6 Reihen. Anfangs dachten wir auch noch, das die Fahrt ja echt gemuetlich werden kann. Recht schnell kamen wir uns dann aber doch eher wie die Sardinen in der Buechse vor (oder wie sagt man?). Wirklilch schlafen konnte man dann auch nicht, da zum einen der Bus anfangs immer nur 100 m Strecken zuruecklegte (da musste wohl Zeit totgeschlagen werden, den fuer die Strecke braucht man eigentlich nur 5 Stunden statt der bei uns angesetzte 8 Stunden – dennoch unerklaerlich warum der Bus dann nicht an einer Stelle bleiben konnte). Zum anderen haben sich die mitreisenden Chinesen (wir waren die einzigen Westeners an Bord) relativ lange in einer Lautstaerke unterhalten, die fast schon an Schreien heranreichte. Unglaublich, aber wir sind uns mittlerweile einig: Chinesen koennen wohl einfach nicht leise reden, geschweige denn fluestern. Positiv in Erinnerung bleiben, wird aber in jedem Fall der schoene Sternenhimmel, den ich von meiner Pritsche aus sehen konnte. Ich war mir dessen selbst nicht bewusst, aber das war das erste Mal auf dieser Reise, dass ich den chinesischen Mond sah…

Vollkommen unausgeschlafen kamen wir dann am naechsten Morgen endlich in Dali an (auch schoen, dass wir schon 45 min da waren, aber niemand irgendwie Bescheid gab, dass das Ziel erreicht war). Die Altstadt von Dali ist echt wunderschoen und vor allem empfing uns diesmal Sonnenschein. Tapfer erkundeten wir die Stadt auf ca. 2000 m Hoehe dann mit dem Fahrrad, fuhren hinab zum schoenen See und erklommen dann wieder den Berg um die Three Pagodas zu besichtigen. Insbesondere die Tempelanlage hinter den Pagoden war extrem beeindruckend und liess einen an das denken, was ich and dieser Stelle nicht ausschreiben moechte, damit ich auch weiter auf den Blog zugreifen kann. Aber ich hoffe, ihr koennt Euch denken, was ich meine.

Zurueck in der Altstadt stellte ich dann wieder einmal fest, wie klein die Welt ist. Denn waehrend wir im Cafe sassen, kam doch tatsaechlich eine alte Schulkollegin von mir die Strasse entlang, die derzeit mit ihrem Freund auf Weltreise ist (Rebecca & Thomas). Echt unglaublich. Lustigerweise wohnten die beiden auch noch in der gleichen Unterkunft und Steffi und Rebecca waren sich bereits am Morgen ueber den Weg gelaufen. Da gab es natuerlich viel zu erzaehlen.

Am naechsten Tag ging es dann fuer uns noch weiter in die Berge hinauf nach Lijiang. Wow, das ist mal wirklich eine beeindruckende Altstadt, wenn diese auch zu einem grossen Teil vor ca. 10 Jahren von einem Erdbeben zerstoert wurde und danach wieder errichtet wurde. Ist aber so richtig urig, verwinkelt und so, wie man sich eine chinesische Altstadt eigentlich vorstellt. Zumal im Hintergrund der 5500 m hohe Jade Dragon Snow Mountain zu sehen ist mit seinem Schnee bedeckten Gipfel.

Diesen haben wir dann gestern „erklommen“. Natuerlich nicht zu Fuss, sondern recht modern mit Seilbahn bis auf 4500 m. Ein echt beeindruckender Ausblick dort oben und ueberraschenderweise auch recht warm. Lustig waren auch die ganzen Chinesen, die von den Sauerstoffflaschen, die man kaufen konnten, richtig high wurden (so duenn war die Luft dort auch gar nicht).

Da wir wieder mal die einzigen Westerners waren, wurden auch wir leider wieder einmal schnell zur Attraktion! Die Chinesen sind da echt frech. Wir wurden mit Schneebaellen beworfen, von allen Seiten ungefragt fotografiert und dann sogar auf Gruppenfotos gezerrt. Leider ist uns dabei wieder mal der Fehler unterlaufen, ueberhaupt unsere Gesicht fuer ein Gruppenfoto herzugeben. Darf einer, wollen naemlich auch alle anderen. Meine Aussage, dass wir bitte 5 Kuai pro Foto moechten (umgerechnet ca. 50 c), stiess nur auf Gelaechter. Dabei wird das von denen auch haeufig verlangt, wenn man fragt, ob man ein Foto machen darf. Jedenfall haben wir darauf hin den Entschluss gefasst, ab sofort auch die Chinesen ungefragt zu fotografieren. Klingt zwar respektlos, aber die sind da ja auch genauso!!!

So, jetzt muss ich aber Schluss machen, sonst sehen wir gar nichts mehr von Chengdu. Ist allerdings auch schoen, einen Tag mal so richtig Urlaub und nicht immer den ganzen Tag durchgeplant zu haben.

Also, bis die Tage!

Machen uns jetzt gleich auf den Weg nach Ping’an, wo wir mit ziemlicher Sicherheit kein Internet haben werden, daher jetzt nochmal auf die Schnell ein paar Eindruecke. Hoffentlich klappt gleich alles mit der Anreise und die Busverbindungen gehen relativ nahtlos ineinander ueber. Hier schuettet es derzeit quasi ununterbrochen, ab und zu (wie jetzt im Moment) gewittert es auch noch. Wenn das nicht auch Verkehrstechnisch das Chaos bedeutet, ist uns da heute aber relativ egal – dann wird es zum mindest nicht so warm im Bus.

Yangshuo ist ein „kleines“ Staedtchen im Sueden von China, dass sich durch das Karstgebirge am Li Fluss auszeichnet. Im Lonely Planet steht dazu, dass dies wohl der einzige Ort in China ist, in dem es mehr auslaendische Touristen gibt, als chinesiche. Ob das so stimmt, wage ich zu bezweifeln, denn zumindest die West Street gleicht abends der Kao San Road in Bangkok und ist ueberfuellet von Leuchtreklame und Touristen – die meisten aber chinesisch. Trotzdem ist diese Stadt sehr auf den westlichen Touristen eingestellt: man spricht fast ueberall Englisch und man bekommt problemlos Pizza, gutes Fruehstueck (das kann sonst echt schwierig sein) und guten Kaffee.

Gestern hatten wir perfektes Wettertiming. Wir sind schon morgens um halb neun zu einer 3-stuendigen Mountain-Bike Tour aufgebrochen mit dem Ziel Moon Hill, einem Berg, der in der Mitte ein kreisrundes Loch hat. Auf der Tour ging es mitten durch die Pampa, vorbei an bluehenden und super lecker riechenden Orangenbaeumen, an Bauern, die ihre Ochsen durch die Reisfelder trieben und durch kleine Doerfer. Am Berg angekommen, mussten wir diesen dann in einem 40-minuetigem Gewalt-Treppenaufstieg bewaeltigen, konnten die Aussicht geniessen und dann ging es wieder zurueck. Puh, ich sag Euch, das war vielleicht anstrengend. Mir sind beim Aufstieg die Schweisstropfen nur so runter gefallen – dank dem feuchtwarmen, suptropischen Klima (25 Grad oder so). Zurueck unten, ging’s dann direkt mit dem Rad weiter zurueck in die Stadt, wo wir dann gerade Zeit fuer eine schnelle Erfrischung (Deo) und Lunch hatten, bevor es dann auf die naechste Tour ging: Bootsfahrt auf dem Li-River durch das Karstgebirge.
Haette sehr schoen werden koennen, wenn nicht kurz bevor es losging der grosse Regen eingesetzt haette und dementsprechend alles total nebelig und zugezogen war. Zudem waren wir beide so fertig von den Anstrengungen des Vormittags, dass wir am liebsten erst mal einen ausgiebigen Mittagsschlaf gemacht haetten. Zurueck ging’s dann direkt zum Kormoran Fischen.
Die Fischer hier fahren mit je fuenf, sechs Kormoranen raus auf den Fluss und lassen dann die Voegel die Fische fangen. Die Voegel werden dann zurueck auf das Bambus-Floss geholt, am Hals gepackt und wuergen dann quasi die Fische wieder aus. Richtig dicke Fische. Ob das ganze so tierfreundlich ist, weiss ich nicht, aber immerhin koennten die Voegel, wenn Sie auf Tauchgang sind, ja auch abhauen – machen Sie aber nicht, sondern kommen brav zurueck zu ihrem Fischer. War auf jeden Fall recht interessant, das mal zu sehen.

Bisher kommen wir im Uebrigen super gut zurecht, die paar Brocken Chinesisch helfen, braeuchten wir aber nicht wirklich. Der einzige Vorteil den ich bislang darin vermute ist, dass man nicht ganz so schnell uebers Ohr gehauen wird… aber das ist echt nur eine Vermutung.

So, jetzt gehts mal gleich zum Fruehstueck. Wer weiss, wann wir die naechste Moeglichkeit fuer ein richtiges haben.

Es gruessen aus der Weltuntergangsstimmung (es hoert echt nicht mehr auf zu regnen)
Steffi und Sonja

Nach einer Anreise mit Hindernissen – dazu gleich mehr – sind wir jetzt bereits den dritten Tag in Shanghai. Morgen geht es bereits weiter nach Guilin und zum Glueck haben wir gerade noch mal ueberprueft, von welchem Flughafen in Shanghai der Flieger geht. Waeren doch glatt wieder zum falschen gefahren. Jetzt muss Steffi zwar leider auf eine Reise mit dem Transrapid verzichten, dafuer sollten wir aber auch viel schneller, am kleineren Flughafen ankommen.

Aber jetzt erst einmal von vorne. Eigentlich verlief am Samstag alles vollkommen relaxed. Der Rucksack war ja schon bereits seit Donnerstag Abend gepackt und ich konnte den restlichen, arbeitsfreien Freitag in vollkommener Entspanntheit geniessen. 4 Stunden vor Abflug. Kurz vor der Fahrt zum Flughafen in Koeln/Bonn fiel mir dann aber doch noch was wichtiges ein, so dass es dann doch ruckzuck ging. Nun ja, das Problem war aber schnell geloest – Koeln hat ja zum Glueck genug Geschaefte 😉 3 Stunden vor Abflug. Ganz entspannt machten Daniel und ich uns dann auf den Weg zum Flughafen, ich telefonierte noch ein wenig, Daniel fuhr. 2.75 Stunden vor Abflug. Poetzlich ein erstes „Husten“ meines Auto – schwups Warnleuchte im Amaturenbrett an. Wofuer hat man aber ein schlaues Bordbuch? Nachgeschlagen, alles soweit ok, bei Gelegenheit die naechste Werkstatt aufsuchen. Gelegenheit nicht da, also erst mal weiter zum Flughafen. 2.5 Stunden vor Abflug. Autobahn-Wechsel. Daniel: „Ich hab keinen Druck mehr!“ Wie jetzt, Druck? Was denn fuer einen Druck? „Ich kann kein Gas mehr geben!“ Wie kein Gas mehr? Dann kuppel mal wieder ein, dann geht das auch! „Hab ich! Hier!“ Blick zur Gangschaltung – hmm sieht alles gut aus! AAAAAHHHHHHHHH – Warnblinker an, ab auf das Ende des Standstreifens. Nix tut sich! Panikattacke! ADAC anrufen, Taxi rufen. Kofferraum ausraeumen, Warndreieck suchen. Steffi anrufen, geht nichts ans Telefon. 2.25 Stunden vor Abflug. ADAC da, Taxi nicht zu sehen. Weiterwarten und bloss nicht noch nervoeser werden. Felix anrufen, der ist ja bei Steffi – ha puh, zum Glueck ist das geklaert und am Flughafen kann schon mal der Express-CheckIn klargemacht werden. Noch nichtmals ein Taxi vorbei gekommen. 2 Stunden vor Abflug. Da ein Taxi kommt um die Ecke, Hand raus und anhalten. Zum Glueck geht’s sogar zum Flughafen und der Fahrgast laesst mich mitfahren. Blitzabschied von Daniel, der sich weiter mit meinem Auto und dem ADAC beschaeftigen darf, waehrend ich dann wohl doch noch nach China fliegen kann. 1.75 Stunden vor Abflug. Ich bin am Flughafen und werde schon von Steffi und Felix erwartet. Schnell zum Check-In. Nix los! Wofuer dann eigentlich die Eile???? 

Nun ja… so viel Stress fuer eine Kleinigkeit. 30 Euro und der Schaden war behoben. Zum Glueck, aber haette das nicht auch an einem anderen Tag passieren koennen? Von da an konnte es in jedem Fall nur noch bergauf gehen. Der holprige Flug nach Amsterdam (hm, ob auch Flugzeuge so Probleme mit einer Zuendspule haben koennen) und die fast 2 Std. Verspaetung beim Abflug von Amsterdam – alles kein Thema mehr. Und auch der Flug verlief super und trotz spannender Filme hab ich nur geschlafen….

Am naechsten Morgen dann Ankunft in Shanghai (ja, jetzt wirds interessant). Nebel, aber nun gut, das kennt man ja von der Stadt. Nach einer sehr freundlichen Passkontrolle, einem Kampf mit dem Geldautomaten und einem freudigen Empfang unserer Rucksaecke, wartete draussen schon Jessie, um uns abzuholen. Eine Bus- und Taxifahrt spaeter kommen wir beim Appartement an: Wow! Sehr urspruenglich, ob es drinnen auch so aus sieht. Die ersten zwei Etagen verheissen nichts gutes, dann wird es freundlich und schwups stehen wir in einem sauberen und nett eingerichteten Appartement – zwar nicht mein zuhause, aber hier laesst es sich leben.

Puh, ich merke gerade, dass das hier wieder mal sehr ausfuehrlich wird. Also jetzt mal knapper. Kurze Erfrischungpause, dann gings auf Entdeckungstour zusammen mit Jessie. Wohnen hier in der French Concession, quasi um die Ecke von der deutschen Botschaft. Wahnsinn – und wir ruhig es hier ist. Von meinem letzten Shanghai kenne ich fast alles in Shanghai, aber Ruhe habe ich damals vergeblich gesucht. Kaum Autos, keine Hupen, alles zivilisiert. Sind wir wirklich in Shanghai? Abnds geht’s dann zum Hot Pot essen – Fondue auf chinesisch. Sehr lecker! Auf den Schafskopf verzichten wir dann aber doch. Gestern dann herrliches Wetter, abgesehen von dem Dunst, der kaum aus Shanghai wegzubekommen ist. Schade, denn bei klarem Himmel beeindruckt die Skyline am Bund doch einfach mehr. Trotzdem 25 Grad und Sonne – kein Grund zum Klagen. Heute dann: Regen, erst nur ganz leicht, spaeter in Stroemen. Verflixt, die Wohnungen hier haben doch keine Heizung! So frieren wir uns dann heute Nacht wohl einen zusammen und hoffen nur, dass die naechsten Tage besser werden. Denn heute hatten wir zumindest ein Museum zur Wahl. Aber ab Morgen gehts dann eher um die Natur – bei dem Wetter macht das keinen Spass!

Shanghai ist aber dennoch cool, viel westlicher (es gibt hier glaube ich alles an Modelabels, was man sich vorstellen kann), viel zivilisierter (es gibt doch tatsaechlich Polizisten an fast jeder Ampel, die Knoellchen verteilen, wenn man bei Rot geht), viel geraeuschaermer, dafuer aber auch noch viel dekadenter als beim letzten Mal.

In jedem Fall ein gelungener Einstieg fuer China, aber ich bin auch froh, dass wir morgen weiterziehen. Denn letztlich unterscheidet sich Shanghai kaum noch von den Metropolen in Europa oder den USA – mal abgesehen davon, dass man hier Chinesisch spricht. Und schliesslich sind wir ja hier, um China kennezulernen….

Wow…das war lang, viel laenger als geplant. Und mit eingefrorenen Fingern muss ich jetzt mal schnell unter die Bettdecken. Hoffe mich bald mal wieder melden zu koennen.

Zai jian aus Shanghai

Sonja

30.03.2008

Unsere China-Route

Hier unsere China-Route im Überblick:

Unsere Route

Auf die Ortmarken oder Linien klicken und Ihr erhaltet ein paar weitere Infos. Weitere Details zu den Stationen gibt´s dann direkt aus China.

199422853.jpgWow, in einer Woche ist es bereits soweit und wir liegen die erste Nacht in unserem hoffentlich warmen Bettchen in Shanghai. Unglaublich wie schnell insbesondere die letzten Wochen immer verfliegen. Noch unglaublicher, dass ich diesmal erst so kurz vor Abreise dazu komme, diesen Blog zu installieren.

Jetzt heißt es noch 1 Woche arbeiten und dann geht´s am 5. April auf nach China. Dort erwarten uns dann 3 Wochen Rundreise von Osten nach Westen, von Süden nach Norden. Eigentlich ist China ja viel zu groß, um in 3 Wochen mehrere Regionen zu bereisen. Wir versuchen es aber einfach trotzdem. Mehrere Inlandsflüge sind gebucht, aber letztlich zählt nur, dass wir pünktlich am 26.4. wieder in Peking sind, um den Rückflug zu bekommen.

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